Von Mallorca auf die Kanaren

Unser Plan ist es mit der ARC+ Mitte November von Gran Canaria über die Kapverden in die Karibik (St. Lucia) zu segeln und dort den Winter zu verbringen. Daher mussten wir irgendwann das schöne Mittelmeer verlassen und durch die Straße von Gibraltar auf die Kanaren fahren. Das sind insgesamt etwa 1.100 Seemeilen (gut 2.000 km).

Die gesamte Strecke sollte unterteilt werden in zwei Teilstrecken – Mallorca bis Gibraltar und Gibraltar bis Lanzarote.

Für diese Strecke haben wir auch wieder neue Crew an Bord geholt. Das waren David und Pit, die uns auch bei der ARC+ begleiten werden – und Elke und Johannes, die uns bis Gibraltar begleitet haben.

Nachmittags in Port d‘Andratx hieß es dann „Leinen los“!

Die Wettervorhersage zeigte uns ordentlichen Wind bis Gibraltar an. Das bedeutet zwischen 15 und 25 Knoten vor dem Wind. Sehr gute Voraussetzungen für unseren Wingaker, den wir noch nicht so oft benutzt haben (bisher eher Flaute). Diese Tour wird uns aber zeigen, dass der Wingaker unser absolutes Lieblingssegel sein wird.

Mit diesen guten Bedingungen und zu Beginn auch noch ganz normalem Seegang begannen wir unsere Fahrt an Ibiza vorbei Richtung spanischem Festland. Die Sonne schien, das Segel passte und der Wind und die Welle schob die Fitti nur so vor sich her.

Für die erste Nachfahrt nahmen wir dann doch wieder ganz klassisch unser Vorsegel. Unsere Erfahrung mit dem Wingaker und die Windvorhersage (22 bis 25 Knoten) für die Nacht, ließen uns dann doch besser im Wachwechsel schlafen. Und es ging zügig voran. Nach nur 3 Tagen erreichten wir Gibraltar, bzw. das spanische Festland kurz vor Gibraltar. Wir überlegten kurz zu ankern, aber aufgrund von Welle und Wind waren die Buchten nicht ausreichend geschützt. Denn in den letzten Stunden hatte sich die See schon ganz schön verändert und die Wellen waren nicht mehr so angenehm. Um ein paar Stunden in Ruhe zu schlafen, entschieden wir uns für den nächstgelegenen Hafen Puerto Sotogrande. Wir erreichten den Hafen am späten Nachmittag – morgens früh um 6 Uhr sollte es dann schon weitergehen.

Puerto Sotogrande ist ein sehr neuer und moderner Hafen. Wir haben nur einen kurzen Streifzug durch den Hafen genommen. Es erinnert etwas sehr an unser Phantasialand oder Disney Land, da alle Wohnanlagen und Restaurants um den Hafen wohl in einem Großbauprojekt hochgezogen wurden. Für unsere Zwecke – Ausruhen, Essen, Wasser tanken und auf die richtige Uhrzeit für Gibraltar warten – alles gut.

Für die Straße von Gibraltar muss man – wie auch schon bei der Straße von Messina – genau die Strömungen beachten. Daher wussten wir, dass wir so etwa ab 09:30 Uhr in die Straße von Gibraltar einfahren sollten, um uns und der Fitti den leichtesten Weg zu bescheren. Und vorher Tanken wollten wir auch noch (Steuerfrei!). Mark und David haben das Ablegemanöver übernommen, so dass alle anderen noch etwas schlafen durften. Ich bin dann als letzte wachgeworden – wie die gesamte Strecke jeden morgen – und war ganz verwundert, dass wir schon fast Gibraltar erreicht hatten… (sehr guter Schlaf!).

Nach einem kleinen Frühstück an der Tankstelle (öffnet erst um 9 Uhr) haben wir dann den Tank und unsere Kanister für 50 Cent den Liter noch mal voll gemacht, um dann unseren Weg in die Straße von Gibraltar zu nehmen.

Der Wind hatte deutlich nachgelassen und so sind wir mit etwa 10 Knoten und unserem – immer mehr geliebten – Wingaker in die Straße von Gibraltar eingefahren.

Da der Wind immer mehr nachließ und die Vorhersage auch an der afrikanischen Küste eine Flaute anzeigte, haben wir nach der Straße von Gibraltar unseren Kurs Richtung Westen noch weitergehalten. Und einige Segler, die wir immer mal wieder gesehen haben, haben es uns gleich getan.

Und – wer die Andeutungen noch nicht bemerkt hat – das Wingaker blieb stehen. Bis auf eine kleine Flaute in einer der Nachtfahrten sind wir mit dem Wingaker, dem Wind und der Windsteuerung bis auf die Kanaren gekommen. Mark und ich haben auch gemerkt, dass wir auch als 2er-Crew mit diesem Segel unglaublich gut zurecht kommen. Eine unserer besten Investitionen!

Es war eine wunderbare und entspannte Überfahrt. Nach 5 Tagen erreichten wir die Kanaren gegen 6 Uhr (Ortszeit) im Stockdunkeln. Genau in meiner Wache! Aber Mark kam natürlich mir rechtzeitig zur Hilfe damit ich die Einfahrt zwischen Lanzarote und La Graciosa in der Nacht nicht alleine machen musste. Denn mit den ganzen Felsen und Riffen war mir das dann doch noch etwas zu aufregend – vielleicht ändert sich das in den nächsten Monaten noch.

Delphine gucken!

Wir ankerten „blind“ vor La Graciosa (Mark war letzten Winter schon mal hier und ganz begeistert) wie sehr viele Segler, die von Norden aus zu den Kanaren kommen. Die beliebteste Bucht war voller Ankerlichter – wir zählten mindestens 15. Das war uns für nachts zu viel. Ein einsames Ankerlicht war in der Bucht davor – wie sich später herausstellte die INVIA – ein schöner Katamaran von Outremer und einem sehr netten Pärchen! Der Anker hielt sofort – und bei Tageslicht sah er auch noch gut aus!

Ankerplatz vor La Graciosa – im Hintergrund Lanzarote

Zum Schluss noch einmal: der Wingaker! Von zwei unterschiedlichen Segler wurden wir in La Graciosa angesprochen: „Wart Ihr die unterwegs mit dem Wingaker?“ Ja das waren wir und die Fitti! Immer gut zu erkennen!

Vielen Dank an die tolle Crew!

Crew: David und Pit

 

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