Von Cefalu nach Otranto in Supersonic Speed

Leider müssen Maike und Konrad uns nun verlassen.  Sehr schade, dass man sich auf solchen Reisen auch immer wieder verabschieden muss.  Wir haben uns nachmittags alle ein bisschen ausgeruht und starten am frühen Abend zum Sonnenuntergang Richtung Milazzo. Dort wollten wir eigentlich eine Pause machen, um dann passend mit dem Strom in die Straße von Messina zu fahren. Irgendwie läuft es ganz gut und wir haben ganz schön viel Strom im Rücken.  Aufgrund des sehr guten Timings überlegen wir kurz vor dem Wachwechsel ob es nicht passen könnte den Strom zum Sonnenaufgang zu nutzen und schon morgens durch die Strasse zu fahren. Wir lassen es drauf ankommen und als ich morgens die Wache übernehme, muss ich nur noch ein bisschen die Geschwindigkeit reduzieren, um der Sonne ein bisschen Zeit zu geben, um über die Berge zu kommen.

Mir wurde gesagt man will die Straße wegen des Verkehrs unbedingt bei Tageslicht durchfahren. Also bisschen rumtuckern und dann geht es los – und wie 🙂 Der Strom schiebt uns mal richtig an (dabei denke ich mir … nicht vergessen den Strom im September wieder genau zu berechnen. Den will man so nicht gegenan haben). Da wir leider aufgrund der Flaute sehr viel motoren müssen, wird überlegt wo wir am geschicktesten zum Tanken anhalten.

Adrian und Verena kennen eine Autotankstelle wo auf der Seite zum Meer hin ein Steg ist, an dem man festmachen kann. Der Tankschlauch soll lang genug bis zum Boot sein. Verrückt – aber hört sich interessant an. Wo genau weiß leider keiner mehr. Mit Google Maps mal die Küstenlinie gescannt und da ist doch was so aussieht wie beschrieben. Das schauen wir uns mal von der Nähe an. Wegen des Stroms ist das nicht wirklich gut zum Anlegen und ich bin ja auch nicht gerade der Anlege-Profi … naja nach dem dritten Anlauf liegt die Fitti an dem „Tanksteg.“ Einen Schlauch gibt es, aber die Pumpe zum Schlauch läuft nicht. Einzige Möglichkeit die wir haben, ist mit Kanistern den Tank füllen und das bei den Bewegungen, die das Boot durch den Strom macht.  Aber jetzt sind wir halt mal hier und wollen auch zügig weiter. Also wird so getankt.

Der Verkehr in der Strasse ist heute recht überschaubar. Einzig die Strudel, die der Strom verursacht, sind recht bemerkenswert. Hier will man mit einem kleinen Boot nicht reinkommen. Und der Tiefenmesser spielt dadurch auch von Zeit zu Zeit verückt und zeigt nur noch zwei Meter an. Es kommt ein bisschen Wind und wir können sogar einen Teil der Strecke segeln. Und eh wir uns versehen, sind wir schon durch. Das war also diese Strasse von Messina. Hatte ich mir schlimmer vorgestellt. Aber das hatte ich bei der von Gibraltar auch schon gedacht. Aber mit schlechtem Wetter, mehr Verkehr und wohlmöglich noch Strom gegenan oder den Fallwinden, von denen im Führer geschrieben war, wird so etwas wahrscheinlich schnell zu einem anderen Erlebnis. Verena hat in Italien studiert und schlägt vor einen Stop in Santa Maria di Leuca zu machen. Henk war auch schon mal zum Tauchen da und es soll sehr schön sein. Aber kurz vor dem Hafen schauen wir uns das Wetter für die nächsten Tage an – es soll Wind in der Adria geben also wollen wir weiter. Damit es nicht zur Meuterei kommt, wird das Anlegebier einfach auf dem Weg getrunken. Alle happy und scheinbar will keiner mehr an Land. Dann wird aber doch plötzlich wieder gerechnet. Wenn der Wind erst dann einsetzt und wir morgen früh aufstehen, dann könnten wir doch vielleicht in Otranto in den Hafen, Pizza essen und Rotwein trinken? Gesagt getan und Otranto ist wirklich einen Stop wert.

Das früh aufstehen klappt. Aber wir wollen noch tanken und müssen noch die Marina zahlen… Das klappt um 6.30 natürlich nicht. Es wird dann neun halb zehn. Aber nach Wind sieht das auch leider nicht wirklich aus. Also sind wir ganz entspannt und fahren gemütlich los. Zum Sonennuntergang „Gewitter voraus“ – es zieht aber vorbei – Glück gehabt. Am nächsten Tag kommt uns ein kleiner erschöpfter Vogel besuchen. Nicht der erste auf der Reise, aber der hier ist wirklich sehr zutraulich.

Zu aller Freude kommen uns dann noch zum Sonnenuntergang ein paar Delfine besuchen und spielen mit dem Bug.

Dann am nächsten Tage plötzlich „Land in Sicht“. Oh nein das ist Kroatien – bald ist die Überführung vorbei. Da wir eh noch Zeit haben, entscheiden wir uns auf der Insel Vis einzuklarieren. Ja, richtig gelesen. Trotz EU und trotz das Fitti hier zuhause ist, müssen wir das erste Mal auf dieser Reise einklarieren. Das habe ich auch erst auf der Fahrt im Führer gelesen. Eine Q Flagge haben wir natürlich nicht dabei. Wer braucht die auch schon auf einer Europareise. Aber haben wir nicht was das gelb ist? Henk bietet seine Unterhose an….  aber ich entscheide mich für einen Putzlappen. Das hätte Onkel Fitti bestimmt gefallen (Henks Unterhose  am Mast aber bestimmt auch).

Um das Einklarieren schon alleine wegen unseres Putzlappens so schön wie möglich zu machen, lade ich mir eine Crewlisten-Vorlage von Sönke Roever auf blauwasser.de herunter. Die Freude bei der netten Polizeibeamtin kurz  nach Sonnenuntergang ist riesig. Sie hatte gerade damit angefangen eine Crewliste zu schreiben. Sehr gut – So dauert das ganze nur fünfzehn Minuten. Die Ankunft in Kroatien wurde dann noch bis in die Morgenstunden mit den slowenischen Studenten-Crews der Nachbarboote gefeiert.  Die nette Polzeibeamtin haben wir dann auch wiedergetroffen. So richtig nett war sie da aber nicht mehr…

 

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