Palma-Sardinien-Cefalu – Ein Gastbeitrag von Maike

Wir verabschiedeten Helen nach dem Essen zum Flughafen. Henk, Konrad, Mark und ich schlenderten noch ein wenig durch Palma und machten uns dann auf den Rückweg zum Boot, um etwas Schlaf nach zu holen. Der Liegeplatz war mitten zwischen den Booten zur Reparatur.

Kathedrale in Palma
Liegeplatz in El Arenal

Liegeplatz in El Arenal

 

Da der Wind uns gar nicht in die Karten spielte, war der nächste Tag voll und ganz für Palma, notwendige Reparaturen und den nächsten Einkauf gedacht. Das Problem, es war immer noch Ostern. In Spanien auch ein Feiertag, so dass viele Geschäfte geschlossen hatten. Als nötige Reparatur stand an, den Baumniederholer und gleichzeitig die Holeleine des Großsegels wieder dort anzubringen, wo es hingehört. Dieses wurde schon einmal notdürftig repariert und hat der Belastung erneut nicht standgehalten. Inzwischen gibt es auch einen Grund dafür. Das Segel ist wohl falsch angeschlagen. (Für weitere Infos steht Mark bestimmt zur Verfügung. :D). Eine neue Rolle und Nieten konnten wir im kleinen Marina Shop in El Arenal besorgen, der vormittags geöffnet war. Leider gab es ein Ersatzteil nicht und unser Teil war total verbogen.

Konrad blieb an Bord und in El Arenal. Henk, Mark und ich machten uns also auf den Weg nach Palma. Eigentlich hatten wir keine großen Hoffnungen einen Laden zu finden, aber dachten auch daran, dass es bestimmt schön ist durch Palma zu schlendern. Das Wetter war ganz wundervoll. Auf dem Weg zum Bus stoppten wir noch in einem Kiosk, der Eimer verkaufte – mit Rezeptangaben. Henk wollte uns nämlich nicht glauben, dass es am Ballermann ein Eimersaufen gibt. Aus dem Bus Richtung Palma hatten wir auch einen kurzen Blick auf das El Arenal so wie es jeder kennt, der Bierkönig und Megapark. Eimersaufende Menschen wurden nicht gesichtet, jedoch ein geöffneter Supermarkt an dem wir auf dem Rückweg einkaufen gehen wollten.

Der Tag war wundervoll. Die Sonne schien und Henk brachte uns so sehr zum Lachen. Nach einem Kaffee in der Innenstadt machten wir uns auf in Richtung Marina von Palma. Wir brauchten ein wenig länger, weil wir zwischendurch noch unseren Durst stillen mussten. Außerdem war Henk noch Fotomodel mit Messi und er bettelte noch, um die Bordkasse aufzustocken. Wie erwartet, hatte in der Marina alles zu. Doch Aufgeben gibt es ja nicht. Ich schlug vor, wir schauen rum und fragen einfach, ob jemanden wen aus einem der Geschäfte kennt und uns helfen würde. Wir liefen ein Stückchen weiter und dann war da eine kleine Werkstatt, in der Holzboote gebaut werden. Ich sprach den Mann in der Werkstatt auf Englisch an und merkte bei seiner Antwort, dass er einen leichten deutschen Akzent hat und er war tatsächlich Deutscher. Die Werkstatt war ganz wunderbar. Sie war super klein und alles duftete nach Holz. Wir fragten ihn um Hilfe und er spannte das verbogene Teil in den Schraubstock und bog es gerade. So konnten wir es wieder befestigen. Die Aufgabe war erfüllt. Wir machten uns auf den Rückweg und nahmen vorher noch einen kleinen spanischen Snack ein und leckeren kalten Hauswein in einem kleinen Restaurant. Es wurde also noch mal lustiger und wir fuhren zum Supermarkt. Im Bus zeigte uns Henk noch, wie man als „alter“ Mensch sich einen Sitzplatz im Bus ergattert. Mark und ich mussten so sehr lachen, aber es hat tatsächlich geklappt.

Der Einkauf wurde relativ entspannt erledigt und es ging mit dem Taxi zurück an Bord und zügig schlafen. Am nächsten Tag wurde noch ein wenig Wasser eingekauft und wir hatten noch die Herausforderung eine Nietpistole zu besorgen, um die Reparatur abzuschließen.

In Palma mit Henk

In der Marina war eine nette Frau die zunächst nicht ganz verstand was wir von ihr wollten. Nach einigen Erklärungen und noch einmal der spanischen Übersetzung hatten wir was wir wollten (Niete heißt auf spanisch remache).

Das Boot war wieder repariert und wie machten uns ein bisschen später als gedacht auf in Richtung Sardinien. Beim Auslaufen konnten wir noch den Regatta Start der Trofeo S.A.R. Princesa Sofia beobachten. In ganz Palma gab es Rennen von verschiedenen Bootsklassen. Der Wind passte und wir setzten die Segel. Nach einigen Stunden sichteten wir wieder einmal Delfine. Diese Tiere verzaubern einfach, wenn sie das Boot begleiten.

Am nächsten Tag legten Konrad und ich noch ein bisschen Fitti-Fitness ein. Den darauffolgenden Tag konnten wir dann nach knapp 55h die italienische Flagge hissen und der Wind war weg, dafür die Sonne wieder da.

Wir legten in Cagliari an und genossen den Sonnenuntergang mit einem „Anlegergetränk“ an Bord. Anschließend machten wir uns auf in die Altstadt für Pizza. Mark kaufte sich noch eine wunderschöne Handyhülle für sein leicht lädiertes Handy.

Nach dem Essen schauten wir uns noch die wunderschöne Altstadt an. Henk und Mark fanden noch zwei Pferde zum ausreiten. Henk machte sich nach dem anstrengenden Ausritt auf den Weg ins Bett. Mark, Konrad und ich nahmen noch mit einigen einheimischen ein Getränk auf den Treppenstufen vor einer Kathedrale. Ich kickte noch mit ein paar Italienern einen Fußball hin und her. Der Ball verfehlte zwischen durch auch sein Ziel, trotz genügend Zielwasser.

Am nächsten Tag um 10 Uhr legten wir ab Richtung Sizilien. Für Mark gab es im Hafen noch ein kleines Training von Konrad mit einigen Manövern. Vor uns lagen ca. 30 h und noch mal eine weitere Nachtfahrt. Zum Sonnenuntergang kamen dann noch mal Delfine vorbei. Für mich war es ein absolutes Highlight. Wehmutstropfen war der schwache Wind, der auch noch aus der falschen Richtung kam, sodass es hieß 30h unter Motor unterwegs sein.

Gegen 22 Uhr am nächsten Tag waren wir in Palermo. Am nächsten Morgen kam schon die neue Crew. Wir waren alle müde und gingen ins Bett. Morgens machten wir klar Schiff und begrüßten die neuen Crewmitglieder.

Neu an Bord: Adrian und Verena aus Augsburg und David und Sventlana aus Rostock.

Nach einer Einweisung legten wir zügig ab Richtung Cefalu, da für abends starker Wind angesagt war. Zu acht an Bord war es schon auf einmal ganz schön eng, aber es war gleichzeitig ganz wundervoll neue segelbegeisterte Menschen zu treffen. Es war auch nur für einen Tag, da sowohl ich, als auch Konrad in Cefalu von Bord gingen.

Die Überfahrt verlief zunächst ruhig doch wie angekündigt, kam gegen 18 Uhr kurz vor dem Ziel heftiger Wind auf. Wir konnten im Hafen von Cefalu nicht anlegen und drehten um, da der Wind direkt von vorne kam und die Motoren keine Chance gegen ihn hatten. In einer Bucht, in der es ruhig war, ankerten wir. Doch die Ruhe vor dem Sturm bekommt hier wahre Bedeutung. Der Skipper Konrad gab das ok an Land zu gehen und wir setzten mit dem Dinghy über und gingen etwas Essen.

Es gab leckere Pizza mit einem schönen Ausblick auf das Wasser. Henk sang noch ein schönes italienisches Lied mit dem Pizzabäcker. Als wir das Lokal verlassen hatten, wirkte der Wind noch relativ harmlos, nach einem leckeren Eis, teilweise als Brioche (Eis in einem Milchbrötchen), wirkte der Wind immer stärker. Wir liefen zurück zum Dinghy und es wurde sofort klar, ein Übersetzen zum Boot ist nicht möglich. Der Wind war so stark geworden, dass die Wellen für unser kleines Dinghy zu hoch waren. Der aufgewirbelte Sand prasselte auf unsere Gesichter und Augen. Die Männer zogen das Dinghy aus dem Wasser, um es am Strand in Sicherheit zu bringen.

Danach hieß es abwarten und Tee trinken. Der Peak war für 24 Uhr angesagt, also gewaltige Böen bis 59 Knoten, d.h. zwischen Windstärke 10-11 (89-117km/h). Wir suchten uns eine nette Bar in der uns Pascal begrüßte. Er hatte mal in Deutschland gelebt und versorgte uns mit einigen Getränken und machte uns Musik an. Wir waren alle super müde und wollten einfach nur ins Bett. Aber erst gegen 1 Uhr setzten wir dann mit dem Dinghy wieder über. Wir waren alle froh wieder an Bord zu sein, auch wenn die Nacht sehr unruhig war und das Boot sich ständig drehte und es schaukelte sehr. Es war eine sehr lehrreiche Erfahrung und um das Positive zu sehen ein super Test für den Anker.

Nach wenig Schlaf ging es dann am nächsten Morgen in den Hafen von Cefalu. Falls man das so nennen kann. Es gab keine Infrastruktur, somit konnten wir keine Wäsche waschen und der nächste Supermarkt war auch weiter weg. Na ja wir teilten uns auf und Mark und ich suchten einen Waschsalon, der Rest ging einkaufen oder die Stadt erkunden. Einen Waschsalon gab es in dem Ort nicht. Nur ein Wäscheservice, der die Wäsche aber vor 19:00 Uhr nicht fertig haben würde. Das war zu spät, denn das Ablegen sollte davor stattfinden. Na ja nach einem zweiten Frühstück war ich total gestärkt und wollte nicht aufgeben. Ich fragte in Hotels oder auch Restaurants, ob jemanden jemanden kennt, bei dem wir die Wäsche waschen konnten. Doch irgendwann machten wir uns auf den Rückweg und der Plan war, einen Teil der Wäsche per Hand zu waschen. Wir trafen Henk und ich fragte noch mal in den letzten drei Restaurants nach, ob nicht doch irgendjemand wen kennen würde. Im aller letzten Restaurant hatte ich Glück. Der Kellner hatte einen wichtigen Typ mit vielen Kontakten gerade bei ihm zum Essen sitzen. Er machte einige Telefonate und es klappte in einem Hotel. Sie würden unsere Wäsche waschen. Mark und Henk hatte ich im Cafe sitzen lassen. Ich schnappte die Wäsche, der Kellner hielt noch einen Transporter an, ich hüpfte rein und er ließ mich am Hotel raus. Die Dame dort sprach kein Wort Englisch, aber mit Händen und Füßen verständigten wir uns und nach guten 40 Minuten verließ ich das Hotel mit frisch duftender Wäsche. Was lehrt uns das: Aufgeben kann man dann, wenn man alles versucht hat.

Dann hieß es für mich Abschied nehmen. Die Fitti war mir richtig ans Herz gewachsen und auch die neue Crew war toll. Ich wäre so gerne geblieben, aber ich musste zurück nach Deutschland. Hinter meiner Sonnenbrille kullerten einige Tränen herunter. Ich hatte nun noch einige Tage für mich in Sizilien. Ich kann nur noch einmal Danke sagen. Mark und Helen sind zwei so tolle Menschen und ich bewundere die beiden sehr für ihren Mut, ihre Gelassenheit und ihre Offenheit. Ich freue mich jetzt schon auf ein Wiedersehen spätestens im September. Tschüss Fitti, komm gut nach Kroatien!

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