Bordleben

Da ich schon selber oft bei anderen auf dem Boot war, fand ich es immer ganz hilfreich, wenn im Vorfeld relativ klar ist, was wie läuft. Dann macht sich niemand falsche Vorstellungen von dem was einen erwartet und macht uns das gemeinsame Zusammenleben auf Fitti noch leichter. Zu dem Zweck haben wir eine Seite erstellt, auf der Themen zum Bordalltag geklärt werden. Die Liste erweitern wir ständig je nachdem was uns gerade noch einfällt.

Essen/Kochen:
Wir essen zusammen und gekocht wird nach den jeweiligen Fähigkeiten im Wechsel. Meistens ergibt sich das von selber und macht in der Gruppe großen Spass. Was wir kochen wird gemeinsam abgesprochen. Wir haben auch einen Grill auf der Fitti und werden nach Möglichkeit auch viel und ausgiebig grillen.

Abwaschen:
Abgewaschen wird von der ganze Crew im Wechsel.

Toiletten/Duschen
Auf der Fitti gibt es in beiden Rümpfen eine Toilette und eine Dusche, die sich jeweils zwei Kabinen teilen. Auf See geht das was in den Toilette geht direkt ins Meer. Vor Anker und in Marinas wird das Abwasser in Tanks gesammelt.
Zum Thema Duschen bitte auch den Abschnitt mit dem Wasser lesen.

Wäsche waschen:
In manchen Marinas hat man die Möglichkeit seine Wäsche zu waschen. Wir haben keine Waschmaschine an Bord.

Angeln/Spearfischen:
Wir haben Angelausrüstung an Bord. Wer mag kann auch eigene Sachen mitbringen. Nicht überall ist Angeln/Spearfischen erlaubt. In einigen Gebieten ist es ganz verboten oder man muss eine Genehmigung kaufen. Wir halten uns strickt an die gesetzlichen Vorgaben.
Da Spearfischen in einigen Gegenden verboten ist, kann es sein, dass das Gerät beim Einklarieren konfisziert wird. Bitte erkundigt euch vorher nach den gesetzlichen Bestimmungen oder fragt bei uns nach.

Kiten:
Mark hat mal ein bisschen gekitet. Helen möchte in der Karibik damit anfangen. Das Material ist sehr begrenzt vorhanden. Wenn Du selber Kiten möchtest, kannst Du gerne die Ausrüstung mitbringen. Je nach Gebiet werden sich großartige Möglichkeiten dazu ergeben.

Surfen:
Da sind wir leider blutige Anfänger, haben aber die nötigen Spielsachen dabei. Je nach Gebiet werden sich auch hier einige Möglichekiten ergeben. Bitte fragt doch nach wo es evtl. Sinn machen könnte ein Board mitzubringen.

Reisepass/Visa:
Ihr braucht im nicht EU-Ausland einen mindestens 6 Monate gültigen Reisepass und je nach Land ein Visum. Bitte kümmert euch mit ausreichend Vorlauf darum, dass alles vorhanden ist.

Bettwäsche/Handtücher:
Ihr bekommt von uns frisch gewaschene Bettwäsche und Handtücher. Bitte bringt für den Strand und zum Baden noch ein Strand/Badetuch mit.

Mitsegelvereinabrung:
Ihr bekommt vorab von uns per Mail eine Mitsegelvereinbarung, die rechtlich einige Punkte klärt. Die Unterlagen benötigen wir vorab zurück.

Medizin/Gesundheitszustand:
Wir haben vor Beginn der Reise eine Medizinseminar bei den Seadocs Hamurg gemacht und sind somit auf einiges was passieren könnte vorbereitet. Wir haben auch für viele Fälle nötige Medikamente an Bord. Solltet Ihr für Euch persönlich spezielle Medikamente benötigen, sind diese bitte von Euch mitzubringen. Nicht alle Medikamente sind in allen Ländern erlaubt und evtl. werden die Medikamente auch bei der Einreise in ein Land kontrolliert. Bitte prüft bei besonderen Medikamenten ob sie für das Land zugelassen sind oder besprecht das mit Eurem Arzt. Mit der Mitsegelvereinbarung schicken wir euch ein Formular, das Euren Gesundheitszustand und eventuelle Vorerkrankungen und Allergien abfragt.In dem Dokument ist auch ein Notfallkontakt anzugeben. Das Dokument brauchen wir vorab zurück.

Reisetaschen/Koffer:
Da der Platz auf einem Segelboot doch sehr beschränkt ist, bringt bitte keine sperrigen Koffer mit. Eine Reisetasche die man zusmamenlegen kann, ist ideal für den Trip.

Wachsystem/Nachtfahrten:
Wir werden auf einigen Abschnitten durch die Nacht fahren. Da das Boot nicht unbeaufsichtigt fahren soll/darf, wird ein sogenannter Wachplan aufgestellt. Jeder wird in dieses Wachplan nach seinen Fähigkeiten eingeplant. Wir bevorzugen einen Wachplan in dem immer zwei Personen gemeinsam Wache halten. Jedes Wachteam wird so eingeteilt, dass das Boot von dem Wachteam sicher bewegt werden kann. Wer keine Wache hat, sollte schalfen um zu seiner Wachschicht fit zu sein. In welchem Rythmus das Wachsystem geführt wird, planen wir zusammen aufgrund der Fähigkeiten, Crewstärke, Wetter und Gegebenheiten vor Ort.

Internet:
Wir sind teilweise in Gegenden unterwegs wo eine Handyverbindung nicht immer möglich ist. Du solltest Dich darauf einstellen, dass Du einige Tage keine Verbindung ins Netz hast. Für Notfälle haben wir ein Iridium Satellitentelefon, mit dem wir weltweit erreichbar sind.
In Landnähe ist die Verbindung vorhanden und oft besteht auch die Möglichkeit sich mit offene Wlans oder Wlans von Bars (die einem den Schlüssel geben) verbinden zu können. Wir haben zusätzlichen einen Satellitentracker wo die Zuhause-Gebliebenen unsere aktuelle Postion sehen können. Man kann hier einfach auf der Seite schauen.

Musik:
Die Anlage auf der Fitti hat eine Bluetooth Schnittstelle. Bringt gerne ausreichend Musik mit. Ob die dann allen an Bord gefällt, können wir allerdings noch nicht versprechen 😉

Einkaufen:
Wir entscheinden zusammen was eingekauft und gekocht wird. Die Einkäufe werden aus der Bordkasse bezahlt. Schau für Infos zur Bordkasse unter Bordkasse.

Bordkasse:
Die gesamte Crew (einschließlich Helen und Mark) zahlen bar Geld zu gleichen Teilen in die Bordkasse ein. Aus der Bordkasse werden die Ausgaben bezahlt. Welche Ausgaben im Detail und in welchem Gelbiet aus der Bordkasse bezahlt werden findest Du unter ‚Mitsegeln‘ Am Ende der Zeit wird die Bordkasse aufgelöst und der Rest wieder zu gleichen Teilen in bar an die gesamte Crew ausgezahlt.

Essen gehen:
Ob wir zusammen an Land Essen gehen entscheiden wir gemeinsam. Jeder zahlt dann seine Rechnung getrennt. Die Crew muss nicht wie es oft Sitte ist die Rechnung vom Skipper übernehmen.

Landgänge:
Da wir oft vor Anker liegen, müssen wir mit dem Beiboot an Land fahren. Da wir nur ein Beiboot haben, müssen Langänge gemeinsam abgesprochen werden. Wir müssen auf keinen Fall alles zusammen machen. Es hat auch jeder seine eigenen Vorstellungen davon, was er machen möchte. Wir müssen Tagesabläufe aber gemeinsam planen und absprechen. Gerade weil das Beiboot auch oft für die Tauchgänge gebraucht wird.

Alkohol:
Auf Überfahrten und während der Fahrt wird keine Alkohl an Bord getrunken. Das gilt für alle an Bord, da im Falle eines Notfalls alle nüchtern sein sollten, um Aufgaben zu übernehmen.
Helen und ich sind für ein Jahr auf dem Schiff und es kommen im Abstand von ca. 14 Tagen immer wieder neue Leute für die der Aufenthalt ein Urlaub ist. Für uns ist das unser Alltag für mindestens ein Jahr. Wir können und wollen nicht jeden Abend mit Euch trinken…
Was Alkohol und Tauchen angeht so ist Alkohl aufgrund der Dehydratation am Day After sehr gefährlich. Also kein Tauchen morgens nach einer wilden Nacht 🙁

Rauchen:
Grundsätzlich kann draußen geraucht werden. Es ist aber Rücksicht auf den Rest der Crew zu nehmen. In der Fitti wird nicht geraucht.

Tauchen:
Das Tauchen wird einfach großartig…
Wir haben einen Tauchkompressor, Backmount-Tanks, Stages und begrenzt auch Ausrüstung an Bord. Falls Ihr eine eigene Ausrüstung habt, könnt Ihr diese gerne mitbringen. Gerade bei Wetsuits und Flossen haben wir natürlich nicht jede Größe da.
Wer tauchen möchte, muss eine gültige Tauchtauglichkeitsuntersuchung und seinen Tauschschein dabei haben. Die Tauchtauglichekeit gilt auch für Schnuppertauchen. Nach Absprache und in Ausnahmen kann Mark auch einen Tauchkurs zum Open Water Diver geben. Das hängt aber vom Segelgebiet und zeitlichen Möglichkeiten ab.
Wir tauchen häufig, aber nicht jeden Tag und auch dann nicht zwingend mehrere Tauchgänge pro Tag. Das ist absolut abhängig vom jeweiligen Tauchspot. Uns geht es auch nicht darum, besonders tief zu tauchen. Nur Tief zu tauchen, um zu sagen ich bin x Meter tief getaucht, ist meiner Meinung nach Quatsch. Es wird dunkler, die Sicht ist dann nicht mehr gut, es wird kälter, gefährlicher etc. Die schönsten Farben bei den Riffs sieht man eh in den oberen Schichten. Wenn es einen guten Grund gibt, z.B. ein Wrack etwas tiefer liegt, tauchen wir auch gerne mal tiefer. Der Kompressor macht grundsätzlich beim Füllen der Flaschen Lärm. Eine Flaschenfüllung dauert je nach Flaschengröße und Restinhalt ca.25 min. Bei mehreren Tauchern heißt das Lärm für eine längere Zeit. Auch wenn uns das wenig stört so gibt es doch in den Buchten auch andere Segler die gerne den Sonnenuntergang ohne unseren Kompressorlärm genießen wollen. Darauf nehmen wir grundsätzlich Rücksicht. Wir werden auch in Naturschutzgebieten tauchen, die zum Teil für Tauchgänge Geld verlangen. In manchen Tauchgebieten ist es nicht erlaubt selbstständig tauchen zu gehen. Dort müssen wir mit lokalen Guides tauchen. Wir versuchen die nötigen Informationen zu unseren Routen zu hinterlegen. Jedoch ist manches auch erst vor Ort wirklich zu klären. Die meisten Tauchspots kennen wir persönlich nicht und müssen sie selber erstmal erkunden. Wir sind also nicht eure Diveguides 😉 Freuen uns aber darauf die Spot gemeinsam mit Euch zu erkunden.
Zum Tauchen gibt es hier auch noch eine extra Seite mit möglichen Divespots die wir schon recherchiert haben.

Segeln:
Die Crew ist herzlich eingeladen mitzusegeln und Teile der Aufgaben zu übernehmen -oder wie es so schön heißt „aktiv mitzusegeln“.
Wir freuen uns immer über Anregungen und Vorschläge wie etwas besser zu machen ist. Dass heißt auch, wir sehen uns grundsätzlich als Crew und nicht als Skipper und Gäste. Jeder darf sich so einbringen wie er kann und wir glauben, dass wir alle voneinander noch was lernen können.
Wir segeln gerne, würden uns aber nicht als Wettkampfsegler oder die super Segler bezeichnen. Für uns ist das eher eine Lebensform oder eine Reiseform. Will sagen, wir fahren von A nach B und bewegen unser Zuhause von Insel zu Insel. Wir leben für ein Jahr auf dem Boot und finden es ist die schönste Form zu reisen. Man reist immer wieder zu neuen Orten, hat aber sein Zuhause und seine Sachen dabei und das Ganze sogar ohne jedes Mal wieder packen zu müssen. Es wird Orte geben, wo wir das Boot nicht bewegen, sondern nur Land und Leute erkunden. Wir segeln auch nicht zwingend, weil gerade guter Wind zum Segeln ist. Sollte das aufgrund der Planung für die nächsten Tage Sinn machen schon einen Abschnitt weiterzukommen, dann gut – aber nur um des Segelns Willen wird das nicht passieren.

Törnplanung:
Da wir zu bestimmten Zeiten an bestimmten Orten sein müssen, seht ein Teil des Plans schon fest. Aber wie sagt der Segler so schön „plans are written in the sand at low tide“. Kleinere Änderungen können und müssen wir manchmal vornehmen. Das besprechen und planen wir gemeinsam.

Sicherheit:
Die Fitti ist besonders gut und mit allem ausgestattet, was ein Boot für eine weltweite Fahrt braucht.
Die Austattung geht oft auch über die vorgschriebene Ausrüstung hinaus. Auflistung der Aussattung

Sicherheitseinweisung:
Wenn Ihr auf der Fitti ankommt, machen wir eine ausführliche Sicherheitseinweisung mit Euch. Wir zeigen Euch das gesamte Boot, erklären wie alles funktioniert, welche Sicherheitsausrüstung auf der Fitti ist, wie diese funktioniert, man sie bedient und wo genau sie zu finden ist.

Rettungswesten:
Für jedes Crewmitglied steht eine Automatik-Rettungsweste zur Verfügung. Diese kann immer (wenn man möchte) – muss aber auf Anweisung des Skippers, bei Nachtfahrten und schlechtem Wetter an Bord getragen werden. Infos zu den Westen in der Auflistung der Aussattung

Strom:
Unser Strom kommt am Anker und auf der Fahrt aus Batterien. Die Batterien werden von Solarpanels geladen. Fährt die Fitti mit dem Motor werden die Batterien auch über den Motor geladen. Strom steht also nicht wie zuhause grenzenlos zur Verfügung und wir müssen mit unserem Strom haushalten.

Wasser:
Die Fitti hat eine Wassertank von 500 Liter. Wir haben auch einen Wassermacher auf der Fitti, mit dem man aus dem Meerwasser Frischwasser machen kann. Für den Vorgang wird aber auch viel Strom verbraucht. Wir versuchen unser Frischwasser komplett mit Solarstrom zu erzeugen. 500 L und ein Wassermacher hört sich erstmal viel an, aber bei 8 Personen an Bord sind übertriebenen lange Duschgänge eher nicht möglich. Aber ein
Sprung ins Meer, reicht manchmal ja auch 😉